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Brauch ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

„Frau Wernet, brauch ich eigentlich (wirklich) eine Berufsunfähigkeitsversicherung?“ - diese Frage wird mir in dem Prozess meiner Beratungen zur Finanz- und Ruhestandsplanung fast immer gestellt. Und ich freu mich darüber! - denn das zeigt mir das steigende Bewusstsein zu diesem wichtigen – und für mich auch spannenden – Thema.


Wenn die Frage bereits im Kennenlerngespräch aufkommt, kann ich die Situation natürlich noch nicht umfassend einschätzen. Jedoch ist das erste Indiz die Antwort auf die folgende Gegenfrage:


„Können Sie von Ihren Einnahmen leben (jetzt und im Ruhestand) und Ihren gewünschten Mindestlebensstandard halten, sollten Sie von heute auf morgen plötzlich nicht mehr arbeiten gehen können?“

[An dieser Stelle tritt meistens kurz eine zögerliche Stille ein]


Wenn deine Antwort „Nein“ lautet, dann Bedarf es ziemlich sicher einer Absicherung deines Humankapitals. Ob es wirklich eine Berufsunfähigkeitsversicherung sein muss, ist im ersten Schritt mal dahingestellt. Schließlich gibt es mit der Grundfähigkeitsversicherung (kurz: GF-Versicherung) eine sehr gelungene Alternative am Versicherungsmarkt, die je nach Beruf / Alltag / persönliche Situation sogar zu bevorzugen ist. Speziell für Personen mit psychologischen Vorerkrankungen kann die GF-Versicherung eine sehr sinnvolle Lösung sein. Und auch darüber hinaus gibt es noch weitere Alternativen (dazu in einem anderen Blogbeitrag bald mehr).



Ok, wir brauchen wohl eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung!

Um die oben genannte Indizien-Frage mehr als nur aus dem Bauch heraus zu beantworten, brauchen wir ein paar weitere Informationen / Daten und begeben uns dafür wie ein Detektiv auf Spurensuche:


1) Wie hoch sind die Ausgaben für den Lebensstandard, den Du mindestens halten möchtest? Die Antworten fallen hier sehr individuell aus. Drei Aspekte sollten hier auch auf keinen Fall vergessen werden: Rücklagen fürs Alter, Kosten für die Krankenversicherung und dass die Kosten durch die Inflation jährlich steigen.


2) Welche Einnahmen bleiben dir in welcher Höhe, solltest Du berufsunfähig sein? Im Falle der Berufsunfähigkeit fällt (konservativ gedacht) das komplette Arbeitseinkommen weg – ob selbstständig oder angestellt.* Was bleibt sind mögliche Mieteinnahmen, Unterhaltszahlungen, bestehende Berufsunfähigkeitsrenten, ggf. Erwerbminderungsrenten, Einnahmen aus Kapitaleinkünften und ab Rentenalter Einkünfte aus z.B. der gesetzlichen Rente/berufsständischen Versorgung und Rentenversicherungen.


3) Welche Differenz ergibt sich dadurch und wie lange kannst Du dir diese aus deinem Vermögen finanzieren? Unter Beachtung Inflation, Steuern und Krankenkassen- und Sozialabgaben: welche Differenz ergibt sich auf Monatsbasis zwischen den Summe deiner Einnahmen und Ausgaben? Diese vergleichst Du mit deinem liquiden Vermögen: für wie lange kannst Du dich aus deinem Ersparten finanzieren? Natürlich heißt Berufsunfähigkeit nicht automatisch, dass man nie wieder arbeiten gehen kann. Im Durchschnitt handelt es sich um wenige Jahre. Jedoch geht es hier um die Absicherung deiner Existenz und da sollte auch konservativ der WorstCase bedacht und abgesichert werden.


Hinweis: Beachte dabei auch unbedingt den Sprung zum Renteneintritt; dieser kann mit großen Änderungen einhergehen. Bezieh für eine konservative Betrachtung auch keine möglichen Unterstützungen aus dem familiären Umfeld oder etwaige Erbschaften mit ein. Das Ziel ist es so weit wie möglich finanziell unabhängig zu sein, denn wir wissen alle: manchmal kommt es dann doch plötzlich anders, als man denkt…


Gut und was mache ich jetzt mit dem Ergebnis?

Nun, das weitere Vorgehen ist kurz gesagt klar: wenn Du es dir nicht leisten kannst dein restliches Leben nicht mehr zu arbeiten, dann ist eine Absicherung deines Humankapitals sinnvoll und wichtig. Wie genau – ob per selbstständiger Berufsunfähigkeits-, Grundfähigkeits- oder einer sonstigen Versicherung – ist dann erst die aufbauende Fragestellung. Kleiner Spoiler: ein ETF-Sparplan ist hingegen keine gleichwertige Alternative!


Auf Basis deiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung bist Du außerdem in der Lage zu bestimmen, wie hoch deine Rente im Fall der Berufsunfähigkeit sein sollte.


Grundsätzlich ist es möglich im Alleingang eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Jedoch bleiben dir einige Möglichkeiten dadurch verwehrt bzw. sind deutlich komplizierter umzusetzen (Stichwort: anonyme Risikoprüfung, garantierte Rentensteigerung) – ganz abgesehen von den vielen verschiedenen Vertrags- und Konditionsausgestaltungen. Wir empfehlen dir daher unbedingt einen Experten/eine Expertin mit ins Boot zu holen.


Komm für Fragen, weitere Informationen und Unterstützung auch gerne auf uns zu – wir helfen dir gerne weiter. In einem kostenfreien & unverbindlichen Erstgespräch können wir uns kennenlernen und das weitere Vorgehen besprechen.


Schau auch gerne unter unserem Reiter „Webinare“ vorbei – dort findest Du in regelmäßigen Abständen auch ein sehr detailliertes Webinar zu diesem Thema.




*Bei der Berufsunfähigkeit ist theoretisch weiterhin ein Zuverdienst möglich und auch bei Selbstständigen kann das Unternehmen teilweise so umstrukturiert werden, dass trotzdem weiterhin Einnahmen generiert werden können. Das sind jedoch Sonderfälle, sodass wir uns in diesem Beitrag auf die konservative „Alles-oder-nichts“-Perspektive konzentrieren.

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